Fünf Fragen an die Schulleitung der Weiterführenden Schulen

 

 

D.L: Die ersten Wochen des Schuljahres 2016/17 sind vergangen. Was gibt es Neues in den Weiterführenden Schulen?

 

Antje Nothnagel:

In erster Linie einmal konnten wir viele neue KollegInnen bei uns begrüßen. Zum Teil noch in den letzten Tagen vor Beginn des Schuljahres haben wir insgesamt acht neue Lehrerinnen und Lehrer für unser Schulzentrum (WSn) gewonnen. Ganz wichtig auch der Einstieg der 11. Klasse des Gymnasiums in die gymnasiale Oberstufe. Und nicht zuletzt konnte der Schulclub seine neuen Räume beziehen und mit neuen Konzepten in das Schuljahr starten.

 

 

D.L.: Wir sind im zweiten Jahr des Anerkennungsverfahrens für unser Gymnasium. Wie ist der aktuelle Stand?

 

Friedhelm Märsch:

Wir haben den Antrag auf Anerkennung unseres Gymnasiums im Juli 2015 gestellt in der Hoffnung damit den Ablauf beschleunigen zu können. Im Herbst des gleichen Jahres bis in den Februar 2016 hinein erfolgten umfangreiche Besuche der Fachberater in allen Fächern. Leider erreichte uns erst zu Beginn der Sommerferien ein erstes schriftliches Protokoll der Sächsischen Bildungsagentur Leipzig (SBA) zum bisherigen Verlauf des Verfahrens. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass es keine Ablehnung unseres Antrags gab. Im Gegenteil geht es im Halbjahr 2016/17 darum, uns noch in einigen Bereichen zu verbessern. Wir waren auch in der Zwischenzeit nicht untätig und haben vor allem unsere schulorganisatorischen Abläufe weiter optimiert und die Ausstattung in einigen Fachbereichen, insbesondere in den Naturwissenschaften aber auch bei der Versorgung mit Schulbüchern, nochmals verbessert.

In den nächsten Wochen wird es einen weiteren Termin mit Vertretern der SBA geben, bei dem noch offene Anforderungen weiter konkretisiert werden sollen. Ziel ist nun das Anerkennungs­verfahren im Verlaufe des ersten Halbjahres zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. In diesem Fall, bei Erreichen der Anerkennung im Verlaufe des Schuljahres 2016/2017, besteht dann auch für die jetzt bereits laufende 11. Klasse die Möglichkeit bei uns ihr Abitur abzulegen.

 

D.L.: Welche Schwerpunkte setzt ihr euch in diesem Jahr als Leitungsteam der Weiterführenden Schulen für eure Arbeit?

 

Jana Mäding:

Ein Schwerpunkt bleibt natürlich die Entwicklung der Sekundarstufe II im Gymnasium und das Erreichen der Anerkennung. Aber vor allem auch in der Oberschule wollen wir die praktischen Anteile der Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer und anderen Institutionen weiter stärken. Im Rahmen der pädagogischen Entwicklung unserer Schulen haben wir im letzten Schuljahr von unserer Seite mit den Pädagogischen Leitlinien auf der Basis der Schulkonzeptionen eine Vorgabe gemacht, die wir nun an mehreren pädagogischen Tagen innerhalb des Kollegiums diskutieren und bei Bedarf erweitern und anpassen wollen. Wir wünschen uns hierzu eine breite Beteiligung und Mitwirkung der KollegInnen. In einzelnen Bereichen, z.B. zur Entwicklung der Oberstufe, für die Schärfung des christlichen Profils unserer Schulen u.a. haben wir vor, Arbeitsgruppen auf den Weg zu bringen.

Friedhelm Märsch:

Auch auf die Arbeit der Fachkonferenzen soll ein stärkeres Gewicht gelegt werden. Dabei geht es vor allem um die effizientere Zusammenarbeit der KollegInnen, um die gemeinsame Entwicklung fachbezogener Materialien für den Unterricht, ganz allgemein um die Entwicklung vorbereiteter Lernumgebungen, die vor allem für das selbstorganisierte und selbstverantwortete Lernen der Schülerinnen und Schüler geeignet sind. Den Qualitätsstandard der Fachkabinette wollen wir in dieser Hinsicht weiter ausbauen. Einiges hängt hier natürlich auch von der Initiative unserer MentorInnen und FachlehrerInnen ab.

 

 

D.L.: Natürlich sind wir neugierig, was hinter eurer Tür passiert. Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag der Schulleitung aus?

 

Antje Nothnagel:

Es gibt eigentlich keinen typischen Arbeitstag in der Schulleitung, jeder Tag ist immer geprägt von überraschenden Anforderungen an Entscheidungen und Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und KollegInnen. Natürlich gibt es auch einige Fixpunkte, so versuchen wir an drei Tagen in der Woche ca. zweistündige Besprechungszeiten innerhalb der Teamleitung einzuhalten. Regelmäßige und unregelmäßige Termine kommen hinzu. Da sind die Teamsitzungen, pädagogische Tage und deren Vorbereitung, Sitzungen mit Vorstand und Elternvertretern, gemeinsame Treffen mit Hort und Grundschule sowie der Geschäftsführung. Darüber hinaus beteiligen wir uns als evangelische Schule an regelmäßigen Schulleitertagungen für Oberschule und Gymnasium der evangelischen Schulstiftung, an pädagogischen Schulentwicklungstagungen der Deutschen Schulakademie und an Fach- und Schulleitungstagungen der Sächsischen Bildungsagentur.

Jana Mäding:

Eine feste Institution sind auch die jährlichen Gespräche mit allen MitarbeiterInnen. In einem ca. einstündigen Austausch reflektieren wir dabei die pädagogische Praxis und vereinbaren gemeinsame Ziele zur weiteren persönlichen Entwicklung der KollegInnen.

Wir finden es wichtig als pädagogische Leitung nicht den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern und zu unseren Basiskompetenzen des Unterrichtens zu verlieren. Daher sind wir mit jeweils mindestens zehn, teilweise noch deutlich mehr Unterrichtsstunden in den aktuellen Stundenplan eingebunden.

Eine besondere Anforderung bildet dabei sicherlich die Notwendigkeit des schnellen Umschaltens zwischen den Leitungsaufgaben und der Unterrichtstätigkeit.

Ansonsten stellt sich der Arbeitstag der Schulleitung eher als ein Bürotag zwischen ca. 7:00 Uhr und 16:30 Uhr dar, an dem alle organisatorischen Arbeiten und Entscheidungen ausgeführt und getroffen werden.

Friedhelm Märsch:

Wie stark die zeitliche Belastung in der Schulleitung wirkt, hängt aber nicht unerheblich von den manchmal hohen emotionalen Belastungen, die mit manchen Entscheidungen einhergehen ab. Ein Beispiel sind die zahlreichen Schulaufnahmegespräche. Die Enttäuschung von Eltern und SchülerInnen über manche notwendige Entscheidung bricht sich nicht selten mit Tränen oder auch in verbalen Angriffen Bahn. Da ist es nicht immer leicht, die nötige Distanz zu wahren und die berechtigten Sorgen der Eltern nicht mit nach Hause zu nehmen.

 

D.L.: Die Arbeit einer Schulleitung ist sehr komplex. Wie ladet ihr eure Batterien wieder auf?

 

Friedhelm Märsch:

Ich lade meine Batterien zur Zeit vor allem durch die gestalterische Arbeit bei der Urbarmachung unseres Gartens zu Hause auf. Einen Großteil meiner Ferien habe ich täglich ‚unter der Grasnarbe‘ verbracht und habe mich, trotz ungewohnter Anstrengungen, sehr wohl dabei gefühlt.

Antje Nothnagel:

Täglich: Kontakt mit den Schülern, 25 Minuten power napping, Zeit mit der Familie.

Wöchentlich: Zwei Abende beim Sport (Fitnessgymnastik und Stepp-Tanz).

Jährlich: Tiefes Einsinken in die griechische Mentalität und Aufsaugen von Kulturgeschichte in Griechenland an immer verschiedenen Orten.

Jana Mäding:

Für mich gibt es keine größere Batterieaufladestation in der Schule, als strahlende Kinderaugen zu sehen. Es macht mir viel Freude mit unseren Schülerinnen und Schülern zu arbeiten und ihre Entwicklung verfolgen zu können. Außerhalb der Schule sind es meine zwei Kinder, deren Lachen mich jeden Tag aufs Neue positiv denken lässt und mir Kraft gibt.


Das Interview führte Dorit Löffler am 9.9.2016

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