Freiarbeit - ein Unterrichtsformat in den Weiterführenden Schulen.

Mit Präsentationen der einzelnen Projektgruppen  am Donnerstag vor den Oktoberferien endete der erste Freiarbeitszyklus in den Klassen 5 – 10 .

Die Freiarbeit ist ein Unterrichtsformat, das sich in den letzten Jahren mit einem wöchentlichen Stundenumfang von 4 Stunden etabliert hat.

Mit viel Engagement hat sich das Kollegium mit dieser Unterrichtsform auseinandergesetzt. So entwickelten sich schulartenübergreifende Angebote. Die Kurse werden in der Mehrzahl in fächerübergreifenden Projekten realisiert.

Jeweils zwei Mentorengruppen absolvieren in einem ca. siebenwöchigen Zeitraum einen Freiarbeitszyklus gemeinsam. In Abhängigkeit von den Themen- und Aufgabenstellungen bilden sich in zahlreichen Kursen Projektgruppen, die ihre Arbeitsvorhaben gemeinsam planen und umsetzen. Die Lehrerinnen und Lehrer aus mindestens zwei Fachbereichen agieren im Kurs als Lernbegleiter und unterstützen die Schüler mit bereitgestellten Lernumgebungen,Tutorien, Rückmeldungen und Impulsen beim selbstorganisierten Lernen. Alle Gruppen durchlaufen im Schuljahr  die Angebote, die alters- und schulartenspezifisch zugeschnitten werden. Dazu werden Lehrplaninhalte der jeweiligen Fächer koordiniert.

In diesem Schuljahr gibt es folgende Fachkombinationen:

Deutsch/Theater    -   „Poetry Slam – Liebe, Drama, Leidenschaft“ Entwicklung u. Präsentation eigener
                                  Beiträge, Dokumentation und Theaterbesuch  (Klöppner, Winkler, Märsch)

Geschichte -              „Geschichte produktiv – Exponate bauen, Spiele herstellen, Filme drehen, Zeitung
                                  schreiben“  - es entsteht eine kleine Ausstellung (Liebscher, Münzberg, Händel)

Religion –                  Auseinandersetzung mit einem religiösen oder philosophischen Thema ( Gerechtig-
                                  keit, Liebe, Leid und Tod) und Vorbereitung + Durchführung eines Gottesdienstes
                                  (Strass, Eck, Krumwiede)

Kunst/Mathe –          „Räume der Stille“ - Portfolio und Modelle zu Sakral- und Profanarchitektur /
                                 Konzept für „Raum der Stille“ in unserer  Schule - Wettbewerbsbeteiligung Schul-
                                 stiftung (Hogh-Lehner, Welke, Löffler)
                                                   
Geographie –            Geographie ( Mäding, Williams, Paul)

Schaut man in den Freiarbeitsräumen oder an den Arbeitsplätzen im Schulhaus vorbei, ist an allen Orten zu erleben, wie vielfältig das Tätigkeitsspektrum ist, mit dem die einzelnen Schüler befasst sind. Es wird geplant, recherchiert, gezeichnet, gebaut, diskutiert, getextet, geprobt, geformt, gelesen, gepuzzelt, reflektiert, vermessen, beschrieben und die Präsentation der Arbeitsergebnisse als Portfolio, Modell, Aufführung oder in anderer Form vorbereitet. Exkursionen ins Theater, in Museen, in die Kirche und an andere außerschulische Lernorte ergänzen die Aktivitäten.

Kommt man mit den Schülern ins Gespräch, wird die Freiarbeit oft als eine Zeit beschrieben, in der sich die Einzelnen stark gefordert fühlen. Positiv wird die Vielfalt der Angebote und die Möglichkeit selbstbestimmt und selbstorganisiert zu arbeiten gesehen. Gerade bei der Planung der Vorhaben in der Gruppe besteht für die Schülerinnen und Schüler die Chance für Lernprozesse zur Selbstorganisation.  Die Zusammenarbeit in den Arbeitsgruppen bringt für die Schüler die Erfahrung mit sich, dass auch Reibung und Auseinandersetzung zum Arbeitsprozess gehören.

Für die Lehrer bietet das Format Freiarbeit jedes Jahr wieder die Option, durch den fächerübergreifenden Ansatz über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Mit Fachkollegen werden Lehrplaninhalte zu Projektthemen koordiniert und manche spannende Idee kann in diesem Rahmen ausprobiert werden. Das bedeutet im Vorfeld Materialien zu erarbeiten und zusammenzustellen, die als Lernumgebung das selbstorganisierte Lernen der Schülerinnen und Schüler ermöglichen. Es wird über Arbeitsorganisation, Reflexionsphasen und Konkretisierungen für die einzelnen Schularten nachgedacht. In der Mehrzahl der Kurse steht am Ende eines Arbeitszyklus die Präsentation, deren Form  im Vorfeld bedacht werden muss.

Um so schöner, wenn dann einzelne Schüler voller Stolz Ergebnisse präsentieren und  Stärken und Fähigkeiten einbringen, die durch dieses besondere Unterrichtsformat sichtbar werden. dl

 

 

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